Mittwoch, 15. November 2017

Wie sollte es auch anders sein




                                  In der Trauer lebt meine Liebe weiter
                                               ungebrochen
                                                     stark
                                                vehement
                                                stürmisch
                                                   trotzig
                                    intensiv und schmerzvoll

                               Wie sollte es auch anders sein!





Heute im Traum...

...hast du unsere Luise besucht. Sie erzählte es am Abendbrottisch: Du sasst mit am Tisch und sagtes zu uns allen, dass Du nun wieder da wärst...ganz normal, als wäre gar nichts gewesen.
Ich hörte nur zu gerne zu, als mein Tochterkind Deinen Besuch in ihrem Traum mit uns teilte. Wie sehr wünschte ich mir, es wäre alles nur ein Traum gewesen.
Oft schlafe ich mit diesem Wunsch ein, wünsche mir, dass ich von Dir träume und wir uns so begegnen können. In der Zeit des Abschiedes, liebe Mama, habe ich auch von Dir geträumt. Das Thema war das gleiche, wie das von Luise: Ich kam ins Wohnzimmer und sah Dich an Deinem Sekretär sitzen. Der gewohnte Anblick über so viele Jahre! Du, stets am schreiben, ob Tagebuch, eine Geburtstagskarte, einen Brief an liebe Freunde, eine Karte für zwischendurch ...Du schaust hoch, kommst auf mich zu, nimmst mich in den Arm und sagst: "Es ist alles gut. Ich bin wieder da!"
Ein anderer Traum kurz davor oder danach, stand ich im Flur bei Euch im Haus und plötzlich ging die Flurtür auf und Du und Papa kamt ganz vergnügt und so, als wäre nie etwas gewesen herein, lachend und fröhlich.
Besuchst Du mich mal wieder, liebe Mama? Du fehlst mir so schrecklich.


Samstag, 28. Oktober 2017

Anderen passiert das auch!

Heute las ich die Todesanzeige eines Mannes, der während seines Urlaubes in Griechenland ertrunken ist. Er war 58 Jahre alt und der Sohn meiner Mathelehrerin, die kurz vor ihm im Sommer verstarb. Weißt Du noch, Frau Bendiks? Als ich von ihrem Tod erfuhr, war ich traurig. Sie war eine sehr sympathische und angenehme Lehrerin. Ich kann mich gut dran erinnern, dass ihr Mann ganz plötzlich starb, als ich in dir 6. Klasse ging. Tapfer und ganz in Schwarz gekleidet, hielt sie sich stützend am Lehrertisch fest, als sie nach einigen Wochen wieder in die Schule kam. Sie sprach offen über ihren Verlust, dass wir bitte Rücksicht nehmen mögen, sie versucht ihren Alltag wieder aufzunehmen. Schon beeindruckte sie mich mit dieser Offenheit und dem Umgang uns Schülern gegenüber. 
Ihren Sohn kannte ich nicht, aber in einer Kleinstadt kennt man zumeist jemanden, der eine Verbindung hatte. So auch in diesem Fall. Ein Arbeitskollege von Mario ist der Nachbar und er kam mit dieser Nachricht eines Morgens von der Schicht. "Im Urlaub ertrunken"...wie schnell es gehen kann und überall zu jeder Zeit...man fährt mit Freunden in den Urlaub und dann...Schluß! Einen Bruder gibt es noch...ich frage mich, wie er damit umgehen kann...Vater früh gestorben, im Sommer die Mama und nun, auf so tragische Weise, sein Bruder. Ich mag es mir gar nicht vorstellen.

Was ich Dir noch erzählen wollte, Herr Martens ist im Juni gestorben. Natürlich wirst Du es wissen, wahrscheinlich seid Ihr Euch da wo Du jetzt bist,  über den Weg gelaufen. 
Auch sein Leben ist auf tragische Weise zu Ende gegangen....Hat sich, trotz Fahr-Verbot, sein Auto heimlich geschnappt und am Kreisverkehr ist auch ein Aneurysma ( wie bei Dir) aufgegangen, so dass er kaum noch Kontrolle über sein Auto hatte und durch die Stadt raste, einige Autos und Häuserfassaden touchierte, um dann direkt in eine Haustür am Ende der Strasse zu knallen. Er lag noch ein paar Wochen im Koma und ist nicht mehr aufgewacht. Die arme Susi und die arme Karola, knapp 2 Jahre nach Hardys Unfall...mir fehlten die Worte und in Gedanken war ich oft bei ihnen. 
Hattest Du nicht mal gesagt, Herr Martens wird mal mit seinem Auto zusammen beerdigt? So ähnlich kam es dann. 
Mit Susi pflege ich einen sehr schönen und ehrlichen Briefkontakt. Dafür bin ich sehr dankbar. Wir sind Gleichgesinnte und wissen, was es heißt einen so sehr geliebten und wichtigen Menschen zu verlieren. Du und Hardy- ihr beide ward und seid ( ja immer noch) der Familienmittelpunkt für uns gewesen. An der Karte zum 2. Jahrestag hatte ich tagelang gearbeitet, mir viel Zeit gelassen und noch mehr Herzensliebe hinein gegeben. 



Eine freie Gestaltung mit Öl-Pastellkreiden, danach wird mit einer Gravurnadel die Farbe wieder heraus gekratzt. So entstehen verschiedenen Strukturen/ Muster.


   4 Blumen, ausgeschnitten aus einem Bild, welches mit Acrylfarben gemalt wurde, stehen für         die Familie, auch wenn sie nicht mehr vollkommen ist. 

 Du fehlst mir!




Donnerstag, 26. Oktober 2017

Lieblingsbild


Eins meiner liebsten Bilder- in Boltenhagen/ Tarnewitz aufgenommen von Papa. Wir gehen gerade zum Strand oder kommen von dort. Eine wunderschöne Momentaufnahme, auch wirklich aus dem Moment heraus. Ich, wie immer fröhlich und voller Elan und du entspannt schlendernd und ganz lässig in Schlaghose- typisch für die späten 70er Jahre.

Herbstgeflüster


Liebe Mama!

Was ich noch zu sagen hätte....zum ersten Mal hier an dieser Stelle. Noch ist alles neu und ich muss mich noch eingewöhnen und vor allem einrichten. 
Ja, liebe Mama, der Herbst ist da in seiner vollen Pracht- alle Pinsel wurden in leuchtendes Gold, Gelb, Rot und Orange getaucht. Es ist ein Augenschmaus, wie jedes Jahr. 
Dein Weggehen hat sich zum 2.Mal gejährt. Meine Trauer hat mich wie letztes Jahr gefunden, es gab kein Entrinnen, sinnlos dagegen zu kämpfen. An deinem Baum fand ich den Platz zum Weinen und Trauern. Meine liebe Frieda war mit an meiner Seite. 
Ich vermisse Dich unendlich.